Der Horner Waldstreifen soll leben!

Vom grünen Tisch zum grauen Beton

Nach dem Beschluss der Bremischen Bürgerschaft von 2009 gilt der Bebauungsplan 2386. Das Veräußerungsgebiet (in der unten stehenden Zeichnung dunkelgelb) umfasst 6.691 qm, davon sind 1.200 qm bisher Straßenfläche, 5.491 qm gehörten zur Grünanlage. Etwa 85 % des eigentlichen Waldstreifens liegen künftig in einer "Erhaltungszone" (gepunktete Markierung). In dem durch die blaue Linie begrenzten Baufenster beträgt die maximale Gebäudehöhe 10,50 m. Zulässig ist eine Bebauung mit 2 Vollgeschossen plus Dachgeschoss. Die Häuser der benachbarten Ronzelenstraße weisen 1 Vollgeschoss auf. Wie die neuen Bauten aussehen und angeordnet werden, bleibt dem Bauträger überlassen. Die Rede ist von sogenannten Stadtvillen. Die vorhandene Erschließungsstraße soll nach Süden verlegt werden, um zusätzliche Baufläche zu schaffen. Dafür wird die nördliche Reihe der Kastanienallee (auf dem Foto links) weichen müssen. Insgesamt sollen im Plangebiet mehr als 30 gesunde Bäume abgesägt werden. Die Straßenführung verläuft künftig hinter der südlichen Kastanienreihe - auf dem Foto rechts außen.


Der Waldstreifen wird dem Privateigentum des Erwerbers zugeschlagen mit der Auflage den Bewuchs in der Erhaltungszone zu belassen. Der Bauträger kann allerdings bei Vorliegen wichtiger wirtschaftlicher Gründe beantragen, dass ihm bestimmte Auflagen erlassen werden, worauf der Architekt Wilfried Turk in seinem Statement zum Bebauungsplan hinweist.

An der schmalsten Stelle des Plangebiets (auf dem Foto vorn links) soll der Waldstreifen gekappt werden, um die bauliche Nutzbarkeit zu erhöhen. Dagegen hatte sich unsere Initiative - leider vergeblich - in einer Stellungnahme verwahrt, ebenso die Bremer Naturschutzverbände. Sie hatten die Bedeutung der durchgängigen Biotopverbindung hervorgehoben - so der NABU: "Neben der Schutzfunktion für die Anwohner hat sich die Wallhecke im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Lebensraum für viele Vögel, Kleinsäuger und Insekten entwickelt, welche entweder in diesem Gehölzstreifen leben oder ihn als Jagdareal oder Verbindungskorridor zu anderen Nahrungsgebieten nutzen. [...]  Lebensraumkorridore sind gerade in einer Stadt von ausschlaggebender und elementarer Bedeutung. Durch sie werden viele sonst isolierte Populationen vernetzt."